Wehrstrukturreform und Wehrpflicht

In Deutschland muss eine Debatte über die Wehrstruktur geführt werden. Die neue Bundesregierung hat eine Kommission zur Wehrstruktur eingerichtet. Auch die Jungen Liberalen haben Konzepte für die Zukunft der Wehrpflicht und der Bundeswehr entwickelt. Der jetzige Zustand ist nicht mehr lange zu finanzieren und eine Rechtfertigung einer Wehrpflichtigenarmee ist angesichts der veränderten Sicherheitslage nicht mehr gegeben.

Die Jungen Liberalen haben daraus den Schluss gezogen, dass die Zwangsdienste abgeschafft werden müssen und die Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee umgewandelt werden muss. Wir begrüßen, dass sich die FDP der Wichtigkeit des Themas Wehrstrukturreform bewusst ist und eigene Vorschläge erarbeitet werden.. Die Jungen Liberalen fordern die FDP-Fraktion daher auf, in ihrem Konzept und Lösungsansätzen zur Zukunft der Bundeswehr folgende Punkte zu beachten:

  1. Die Wehrpflicht muss ausgesetzt werden. Die Bundeswehr muss hochqualifiziert und technisch gut ausgestattet sein. Sie muss eine Bündnis- und Verteidigungsarmee sein, multinationale Kriseneinsätze müssen möglich sein. Um diese Voraussetzungen erfüllen zu können, sind hochqualifizierte Fachkräfte nötig. Das können nur Berufs- und Zeitsoldaten sein, da nur sie an der hochtechnisierten Gerätschaft ausgebildet sind.

  2. Eine Verkürzung der Wehrpflicht auf 5 oder 6 Monate halten die Jungen Liberalen für nicht sinnvoll. Die Wehrpflichtigen benötigen ein Mindestmaß an Ausbildung. Schon jetzt ist ein Wehrpflichtiger nach Abschluss seiner 10monatigen Wehrpflicht nicht in der Lage sich in wirklichen Krisensituation zu stellen.

Eine Verkürzung darf nicht benutzt werden, um die Wehrpflicht auf ewig zu zementieren, obwohl ihre Notwendigkeit nicht mehr begründet werden kann.

  1. Wenn die Wehrpflicht eine Daseinsberechtigung haben soll, dann ist eine Integration der Wehrpflichtigen in die verschiedenen Truppenteile sinnvoll, da so die gesellschaftliche Integration der Bundeswehr gefördert werden könnte. Konzepte nach denen die Wehrpflichtigen nur noch in Ausbildungskommandos, losgelöst von den anderen Truppenteilen, ausgebildet werden sollen, sind aus diesem Grunde abzulehnen.