Gleichberechtigung von Mann und Frau

Gleichberechtigung bedeutet, die Entscheidungsfreiheit zu haben, seine Rolle in Gesellschaft, in Beruf, in Ehe und Familie selbst verantwortlich zu finden, zu wählen und zu gestalten. Niemand soll in eine Rolle gedrängt werden, sondern jeder und jede sollte gleiches Recht in der Rolle finden, die sie oder er ausfüllen will. Im Zuge der "neuen Weiblichkeit" drohen sogar Rückschritte, hinter bisher längst gesichert geglaubte Gleichberechtigungserfolge. Dieses Problem der Gleichberechtigung von Mann und Frau stellt sich nicht nur im Bereich der Erwerbstätigkeit, sondern umgreift eben besonders auch die Rechtsstellung der Nichterwerbstätigen, die sich der Erziehung der Kinder widmen.

Der Gesetzgeber kann zum Teil unmittelbar über Gesetze zu einer Verbesserung der Situation der Frau beitragen und die Bewusstseinsbildung vorantreiben.

Eine Gleichberechtigung ist aber nur dann zu erreichen, wenn auch eine Veränderung des Verhaltens und der Einstellung von Frauen und Männern stattfindet.

Der Erziehung kommt eine besondere Bedeutung zu, da während der Erziehung die Werte vermittelt werden, die das Verhalten innerhalb einer Gemeinschaft prägen. Daher setzen sich die Jungen Liberalen dafür ein, dass in der Erziehung eine grundsätzliche Änderung des Rollenverständnisses von Mann und Frau hin zu einem partnerschaftlichen, auf Gleichberechtigung basierenden Verständnis bewirkt wird.

  • Erforderlich ist deshalb auch ein Umdenken in den Kindergärten und Schulen.

  • Eine Überprüfung der Schulbücher auf alte Rollenklischees ist notwendig.

  • Keine Trennung in Jungen- und Mädchenschulen.

  • Keine Differenzierung in den Schulfächern nach geschlechtsspezifischen Merkmalen (Sport, Hauswirtschaft, Werken).

Während der Ausbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die entscheidend den beruflichen Aufstieg und das soziale Ansehen eines jeden einzelnen prägen. Aber gerade bei der Schaffung dieser Lebensgrundlage ist man von dem gleichberechtigten Zugang zu sämtlichen Ausbildungsmöglichkeiten noch entfernt.

  • Qualifizierte Verbesserung der Berufs- und Studienberatung z. B. Aufklärung über alle Berufe.

  • Förderung von Initiativen, die geeignet sind, typische Berufsfelder von Männern oder Frauen aufzulösen (Männer in Frauenberufen, Frauen in Männerberufen).

In der Berufswelt ist unsere Gesellschaft noch weit von dem Ziel der Gleichberechtigung entfernt. Allzu häufig werden Bewerbungen von Frauen nicht in die engere Wahl gezogen, werden bei Beförderungen nicht beachtet oder bei Entlassungen zuerst betroffen, obwohl die gleichen Leistungen erbracht werden.

Darum setzen die Jungen Liberalen sich gegen Benachteiligung am Arbeitsplatz ein.

  • Flexible Arbeitszeiten,

  • Überarbeitung vorhandener Schutzgesetze,

  • Elternurlaub.

Der Mutterschaftsurlaub ist in einen Elternurlaub umzuwandeln, der es den Eltern freistellt, wer sich in den ersten Monaten um das Kind kümmert.

  • Schaffung eines Fortzahlungs-Fonds für Elternurlaub. Die Jungen Liberalen fordern einen Fortzahlungs-Fonds für Elternurlaub, in den jeder Arbeitgeber entsprechend der Angestelltenzahl einen Betrag leistet.

  • Schulungskurse

Um den späteren Wiedereinstieg in das Berufsleben zu

erleichtern, muss das Angebot von Schulungs-, Fort- und Weiterbildungskursen erweitert werden, um denjenigen, die eine Berufspause einlegen, die Möglichkeit zu geben, sich ständig auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu halten. Hierbei ist vor allem an eine Öffnung der innerbetrieblichen Schulung für Personen, die eine Berufspause einlegen, zu denken.

Jede Familie hat die Freiheit, die Art und Weise des Zusammenlebens selbst zu bestimmen.

Die Jungen Liberalen setzen sich dafür ein, dass dieser Freiheitsraum noch vergrößert wird.

  • Gleichberechtigung von Alleinerziehenden mit anderen Erziehungsberechtigten.

  • Freizeit und Bildungsangebote müssen speziell für Hausmänner / Frauen weiterentwickelt werden.

  • Kinderurlaub.

Je nach Anzahl der Kinder erhöht sich der Jahresurlaub, um eine intensivere Erziehung der Kinder von beiden Ehepartnern zu ermöglichen.

  • Jugendfreizeiten.

Träger der freien Jugendhilfe sind zu fördern, um vermehrt Jugendfreizeiten durchzuführen.

  • Beratungsstellen.

Die Pluralität der Beratung muss erhalten werden. So müssen Organisationen, wie "ProFamilia" neben Organisationen wie "Mutter und Kind-Schutz für das ungeborene Leben" Bestand haben.

  • Frauenhäuser.

Um kurzfristig Unterkunftsmöglichkeiten für Frauen zu gewährleisten, sind Frauenhäuser finanziell zu unterstützen.

Dadurch, dass Frauen sich für die Erziehung von Kindern entschieden haben, ist ihre soziale Altersabsicherung ungewiss. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, fordern die Jungen Liberalen, dass die Erziehung von Kindern von den Versicherungsträgern voll als Leistungsanspruch anerkannt wird.

  • Ausbau des Baby-Renten-Jahres auf alle nicht-berufstätigen Frauen und Männer.

  • Gleichstellung von Mann und Frau bei dem Empfang der Rente.

Ein Anti-Diskriminierungsgesetz wird nach Meinung der Jungen Liberalen die Probleme nicht lösen. Die Ursachen und Erscheinungsformen mangelnder Gleichberechtigung sind zu vielfältig, als dass man mit einem generalklauselartigen Gesetz der Lösung näher kommen könnte. Es muss vielmehr angestrebt werden, dass der Mannigfaltigkeit unzähliger Probleme entsprechend ein Bündel von Maßnahmen entgegengesetzt wird.

Besonders wichtig scheint den Jungen Liberalen die Einsetzung einer Gleichberechtigungskommission, die konkrete Befugnisse und Kompetenzen haben muss, um noch bestehende Diskriminierungen abzubauen. Zu diesen Befugnissen kann unter anderem das Recht gehören, Auskünfte von Unternehmen zu verlangen, eine Klage zur Unterstützung diskriminierter Frauen/Männer zu erheben. Diese Kommission soll Auskunftsrechte und Berichtspflichten gegenüber dem Bundestag haben.