Gesundheitsversorgung der Zukunft – Das Individuum im Mittelpunkt

Die persönliche Freiheit und die eigene Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Eine grundlegende Gesundheitsversorgung sowie der Zugang zu modernen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten stellen eine wichtige Errungenschaft auf dem Weg zur individuellen Selbstbestimmung dar. Als Junge Liberale sehen wir eine moderne Gesundheitsversorgung auf der einen Seite und wirtschaftliche Interessen auf der anderen Seite nicht als Widersprüche an. Vielmehr sehen wir, dass insbesondere der marktwirtschaftliche Gedanke immer wieder neue Innovationen im Gesundheitssystem befördert und so allen, die einmal Patienten werden, zugute kommt.

Das deutsche Gesundheitssystem erreicht trotz einiger systematischer Mängel bereits heute gute Ergebnisse. Um allerdings auch bei steigenden Anforderungen und bei einer immer älter werden Gesellschaft den neuen Herausforderungen gerecht zu werden sind Anpassungen nötiger denn je. Als Junge Liberale setzen wir dabei auf die größtmögliche Wahlfreiheit der Patienten sowie Anreize zur individualisierten Behandlung von Patienten, denn die individuelle Freiheit und die Chancen der personalisierten Medizin stehen für uns im Zentrum eines modernen und tragfähigen
Gesundheitssystems.

Krankenkassen für deine Gesundheit

Die Krankenkassen stellen einen zentralen Faktor in der Gesundheitsversorgung dar. Den Trend einer “Zwei-Klassen-Medizin” sehen wir insbesondere durch unzureichende Konkurrenz sowie starre staatliche Regelungen für Krankenkassen begründet. Statt auf weniger Konkurrenz und Wettbewerb zu setzen, wollen wir den Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung für die Patienten entfesseln. Wir befürworten mittelfristig daher das duale System aus gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, wollen aber langfristig generationengerechte und marktwirtschaftliche Reformen für das System erarbeiten. Konkret fordern wir:

  • Die Versicherungspflichtgrenze für den Eintritt in eine PKV abschaffen. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, frei zwischen GKV und PKV zu wählen.
  • Beim Wechsel zwischen Krankenversicherungen sind von der Ausgangsversicherung an die Ankunftsversicherung entsprechend der Einzahlungsdauer und -höhe Rückstellungen an die Ankunftsversicherung zu zahlen. Dies gilt sowohl für den Wechsel von einer GKV zu einer PKV als auch für den Wechsel von einer PKV in eine andere PKV. Hierzu müssen auch die GKV zur Bildung von angemessenen Rückstellungen verpflichtet werden.
  • Die Schaffung eines transparenten Abrechnungssystems für alle Krankenversicherungen. Dies soll die Gesundheitskosten und die erhaltenen Leistungen für alle Versicherten gleichermaßen transparent gestalten.
  • Dass Selbstständige und Privatiers, die sich im GKV-System versichern nicht mehr in Vorleistung treten müssen, sondern anhand ihres tatsächlichen Verdienstes behandelt werden.
  • Die Möglichkeit weiterhin als gesetzlich Versicherter private Zusatzversicherungen abzuschließen.
  • Der Staat muss auch Beamten die tatsächliche Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV eröffnen, indem er in der GKV versichterte Beamte genauso unterstützt wie privat versicherte Beamte.

Gesundheitskosten individuell für dich abgerechnet

In einem marktwirtschaftlich orientierten Gesundheitssystem wie unserem spielen die Vergütung und Abrechnung von Gesundheitsleistungen eine zentrale Rolle, um die Interessen von Patienten und Gesundheitsversorgern in Einklang zu bringen. Leistungen müssen entsprechend ihres Aufwands vergütet werden. Anreize die dazu führen, dass Patienten über- oder unterversorgt werden, müssen verhindert werden. Wir stehen dem Prinzip der Fallpauschalen grundsätzlich skeptisch gegenüber und fordern kurzfristige Reformen bis zur Verwirklichung einer marktwirtschaftlichen Reform:

  • Zukünftig soll es möglich sein, Fallpauschalen je nach Diagnose, Komplikationen und Begleiterkrankungen umkompliziert zu erweitern/verlängern. Damit soll die übliche Praxis, die aktuell zu Unterversorgung führt, eingestellt werden.
  • Beträge der Fallpauschalen müssen in allen Fällen mindestens additiv, je nach Diagnosen sogar multiplikativ behandelt werden, um den Bedürfnissen der Patienten und den dadurch verursachten Kosten gerecht zu werden.

Selbstbestimmt digitalisieren – Deine Daten für deine Gesundheit

Die Digitalisierung gehört zu den zentralen Innovationen in der Gesundheitsversorgung. Sie ermöglicht über Telemedizin und  mit technisierten Diagnosegeräten, mittels moderner Sensoren und Diagnostik, eine noch nie dagewesene Patientenautonomie. Auch in der Vernetzung und dem schnellen Austausch von Gesundheitsdaten steckt ein enormes Potential für eine bessere individuelle Gesundheitsversorgung. Die Selbstbestimmung über die eigenen Daten, Datensicherheit und eine stärkere Digitalisierung schließen sich dabei aber nicht aus. In patientenzentrierten Lösungen bedingen diese sich sogar. Als Junge Liberale begrüßen wir ausdrücklich den Anspruch für Patienten, dass ab 2019 eine bei den Krankenversicherungen angesiedelte, digitale Kranken-/Patientenakte geführt werden kann. Für die Einführung dieser digitalen Patientenakte legen wir besonderen Wert auf:

  • eine Datensicherheit auf höchstem Niveau. Hacker-Angriffe und Störfälle müssen umgehend an eine zentrale Stelle gemeldet werden. Die Systeme sind so zu designen, dass eine größtmögliche Sicherheit für die gespeicherten Daten besteht.
  • den Zugang für Patienten zu allen über sich gespeicherten Daten sowie die permanente und vollständige Verfügungshoheit über diese Daten.
  • die Möglichkeit in dieser Patientenakte auch Hinweise wie einen Organspendeausweis und Patientenverfügung zu hinterlegen.
  • die Möglichkeit einen Überblick über  die eigenen Gesundheitskosten zu erhalten.
  • die Einführung einer auf der Gesundheitskarte offline gespeicherten Notfallakte, welche die wichtigsten Patientendaten enthält (Informationen über Allergien, wichtige Vorerkrankungen, Medikationen etc.) und per Lesegerät von Notärzten/Rettungsassistenten ausgelesen werden kann; die Aktualisierung der Infos findet nach jedem Arztbesuch durch Scannen der Karte statt.
  • die Möglichkeit für Krankenversicherungen ein Bonussystem für positive Vorsorgeleistungen einzurichten. Wir legen dabei allerdings großen Wert darauf, dass gesundheitsschädliches Verhalten oder auch risikoreiches Verhalten nicht bestraft/eingepreist werden sollen.

FLexibilität in der Medizin – Telemedizin ermöglichen

Die Telemedizin bietet beträchtliche/enorme Möglichkeiten, die medizinische Versorgung flächendeckend zu verbessern. Die Diagnose mittels hochauflösender Kameras im Handy oder am PC bietet besonders in der allgemeinmedizinischen Patientenversorgung, aber auch im interdisziplinären medizinischen Konsilen große Chancen für die Versorgungsqualität aber auch für die Steigerung der Diagnosequalität. Die Ortsunabhängigkeit birgt dabei sowohl für den ländlichen Raum, als auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, enormes Potential und befördert die individuelle Freiheit von Menschen, denen ein Arztbesuch vor Ort nicht möglich
ist. Um diese Innovation endlich in der Medizin zu etablieren fordern die Jungen Liberalen:

  • Das Telemedizinverbot aufzuheben und sowohl Behandlungen als auch Therapien über telemedizinische Behandlungen zu ermöglichen.
  • Die Schaffung der technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit telemedizinische Behandlungen sicher für alle Beteiligten umgesetzt werden können.
  • Die Aufnahme der Telemedizin in das Medizinstudium sowie weitere relevante Gesundheitsberufe.
  • Dass die Telemedizin kurz- und mittelfristig kein vollständiger Ersatz für niedergelassene Ärzte sein kann, aber als sinnvolle ergänzende Maßnahme verfügbar sein soll.